PRESSEINFORMATION

Ohne Kreativleistungen werden Innovationen unverkäuflich.
Österreich im internationalen Wettbewerb massiv unter Druck.

Wien (4.12.2007) - Österreichs Kreativwirtschaft – dazu zählen u.a. Leistungen aus den Bereichen Architektur, Design, Content, Software, PR und Werbung - gerät international immer mehr in Bedrängnis. Großbritannien, die USA, Deutschland und die Schweiz buhlen genauso um die „kreative Klasse“ der Designer, IT-Leute, Musik- und Filmproduzenten und Werber wie neuerdings China. Allein in Shanghai wurden in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Regierung 75 kreative Clusters für junge Talente gegründet. Bis 2010 ist geplant, die Zahl auf 100 zu steigern mit dem Ziel, dass China vom produzierenden (und kopierenden) Land zum Designland wird.

„Eine starke Creative Industries ist aber unerlässlich, damit Österreich als Innovationsland reüssieren kann.In den nächsten Jahren entscheidet sich, wo tatsächlich Kreativzentren von internationalem Rang entstehen. Österreich ist hochgradig gefährdet, den Zug zu verpassen,“ so Dr. Gertraud Leimüller, Vorsitzende der ARGE creativ wirtschaft austria.

Sloweniens Minister Turk für stärkere Einbindung von Kreativität in
Lissabon-Strategie

Noch einen Schritt weiter geht Minister Dr. Ziga Turk aus Slowenien. Er betonte am Dienstag bei der hochkarätig besetzten Veranstaltung „Creative Industries on Stage“ in Wien, dass für den künftigen Wohlstand Europas „Kreativität ebenso wichtig ist wie Innovation“. Turk, dessen Regierung ab Jänner 2008 die EU-Präsidentschaft übernimmt und der nationale Lissabon-Koordinator Sloweniens ist, forderte eine stärkere Einbindung von „weichen Faktoren“ wie Kreativität, Kultur und Werthaltungen in eine erneuerte Lissabon-Strategie.

Für Österreich fordert die ARGE creativ wirtschaft austria fordert folgende Punkte:

  • Einbindung der Creative Industries in die wirtschafts- und technologiepolitischen Programme und Zielsetzungen der Ministerien.
  • Die Arge creativ wirtschaft austria appelliert insbesondere an den Bundesminister für Finanzen sowie an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, rasch für eine Fortsetzung des einzigen bundesweiten Förderprogramms, dem „ImpulsProgramm Creativwirtschaft“, zu sorgen.
  • Mehr Engagement der öffentlichen Hand bei der Schaffung von Kreativwirtschaftszentren (Creative Cluster).
  • Bereitstellung von Risikokapital für die internationale Vermarktung hochkarätiger Kreativleistungen. Ähnlich wie im Hightech-Bereich gibt es hierzu in Österreich einen Mangel an verfügbarem Risikokapital.
  • Erleichterung bei Anstellung erster MitarbeiterInnen. Um vor allem jungen Betrieben das Wachstum zu erleichtern, fordert die Arge creativ wirtschaft austria eine Reduktion der Lohnnebenkosten bei der Anstellung des/der ersten MitarbeiterIn.

In Österreichs Kreativwirtschaft arbeiten mehr Menschen als in der Automobilindustrie

In Österreich zählen rund 29.000 privatwirtschaftliche Unternehmen mit etwa 102.000 Beschäftigten zur Kreativwirtschaft. Damit übersteigt die Beschäftigtenzahl bereits jene der heimischen Automobilindustrie mit 70.000 Beschäftigten in der Kraftwagenherstellung und in Zulieferbetrieben. Wie aus dem Zweiten österreichischen Kreativwirtschaftsbericht der Arge creativ wirtschaft austria zu entnehmen, sind rund 10 % aller Unternehmen und 4 % aller unselbständigen Beschäftigten Österreichs der Kreativwirtschaft zuzurechnen. Die Beschäftigungsdynamik ist hoch: Da viele Unternehmen der Kreativwirtschaft als Ein-Personen-Unternehmen gegründet werden, die Wachstumspotenzial besitzen, ist von einer steigenden Beschäftigung in einigen Teilmärkten auszugehen.

Weitere Fakten http://creativwirtschaft.at/creative-austria/datenfakten/6.htm

Rückfragehinweis:
Arge creativ wirtschaft austria
Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Inga Focke
Tel. +43 (0) 5 90 900 4471
E-Mail: creativwirtschaft@wko.at
Internet: www.creativwirtschaft.at